Das ganze Bild. Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts in Düsseldorf
Dr. Kathrin DuBois
Worum geht’s?
Künstlerinnen gibt es, seit es Künstler gibt, und doch erzählt unsere Kunstgeschichte bis heute vor allem von Männern. Das tradierte Geschichtsbild ist lückenhaft – was überliefert ist, gilt es häufig noch in Archiven, Randnotizen, Ausstellungslisten oder Nachlässen aufzuspüren. Um wieder zu einem vollständigeren Bild zu gelangen, ist also regelrechte Detektivarbeit nötig.
Im Vorfeld der Ausstellung „Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter“ im Kunstpalast (25.9.2025 – 1.2.2026) wurde die Geschichte weiblicher Kunstschaffender in der Akademiestadt Düsseldorf im 19. und frühen 20. Jahrhundert untersucht – und damit ihr künstlerisches Wirken in einer Zeit, in der Frauen an der Kunstakademie nicht zum Studium zugelassen waren. Obwohl sie somit auf Privatunterricht angewiesen waren, kamen zahlreiche Kunstwerke und die Namen von rund 500 Künstlerinnen ans Licht. Es wurden auch Ausbildungsbedingungen, soziale Beziehungen und Netzwerke rekonstruiert. Der Blick auf Ausstellungsbeteiligungen zeigt zudem, wie präsent Künstlerinnen in ihrer Zeit waren – eine Sichtbarkeit, die sich weder in öffentlichen Kunstsammlungen noch in der kunsthistorischen Erzählung angemessen widerspiegelt.
Der Vortrag eröffnet Einblicke in die Geschichte der Künstlerinnen in Düsseldorf und geht der Frage nach, wo sich ihre Spuren finden lassen.
Wer ist unser Gast?

Dr. Kathrin DuBois leitet die Abteilung Malerei bis 1900 am Kunstpalast und ist die Kuratorin der Ausstellung „Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter“. Sie studierte Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur und Volkskunde in Köln, Bonn und Paris. Nach Tätigkeiten im Käthe-Kollwitz-Museum und im Museum Ludwig in Köln wurde sie 2010 Volontärin am Kunstpalast, wo sie in danach in verschiedenen Positionen tätig war. In ihrer Dissertation behandelte sie den früheren Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie Werner Heuser (1880-1964), die Arbeit wurde 2024 mit dem Paul-Clemen-Preis des Landschaftsverband Rheinland ausgezeichnet.
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Andreas Endermann