Die Rückkehr der Entsorgten. Antike Skulpturen in neuzeitlichen Sammlungen
Prof. Dr. Dietrich Boschung
Worum geht es?
Am Ende der Antike waren die zahlreichen Statuen aus Bronze und Marmor, die einst alle städtischen Räume beherrscht hatten, obsolet geworden: Sie wurden abgeräumt und als Rohmaterial zur Wiederverwendung eingeschmolzen oder zu Kalk gebrannt. Aber spätestens seit dem 15. Jahrhundert galten sie als Denkmäler einer bewunderten Vergangenheit, auch als Vorbild und Maßstab der zeitgenössischen Künste. Das machte sie zu begehrten Sammelobjekten, die das Prestige der Fürsten mehren sollten.
Der Vortrag wird die wechselnden Konzepte frühneuzeitlicher Sammlungen ebenso besprechen wie die Umbrüche in der Einschätzung auffälliger Statuen.
Wer ist unser Gast?

Dietrich Boschung war von 1996 bis 2022 Professor für Klassische Archäologie an der Universität zu Köln und von 2009 bis 2021 Direktor des Morphomata International Center for Advanced Studies.
Zu seinen Veröffentlichungen zählen „Die Bildnisse des Augustus“ (Berlin 1993); „Gens Augusta. Untersuchungen zu Aufstellung, Wirkung und Bedeutung der Statuengruppen des julisch-claudischen Kaiserhauses“ (Mainz 2002); „Art and Efficacy. Fallstudien aus der klassischen Archäologie“ (Paderborn 2020) sowie „Effigies. Antike Porträtkunst als Verbildlichung des Besonderen“ (Paderborn 2021).
In zahlreichen Arbeiten hat er zu Sammlungen antiker Skulpturen des 17. und 18. Jahrhunderts publiziert.
Bei dieser KunstBewusst-Veranstaltung besuchen die freunde das Römisch-Germanisches Museum im Belgischen Haus (Cäcilienstraße 46, 50667 Köln)
Der Eintritt zu den KunstBewusst-Veranstaltungen vor Ort ist für Mitglieder der freunde grundsätzlich kostenfrei. Nicht-Mitglieder zahlen einen Beitrag von 5€ (3€ ermäßigt) an der Abendkasse.
→ Bildcredits
London, National Portrait Gallery NPG 5292: Daniel Mytens, Bildnis des Thomas Howard, 14th Earl of Arundel mit seiner Statuensammlung