21.05.
Fr 16:30
Online

Das Kunstwerk als gesellschaftliches Statement

Unterwegs auf digitaler Kulturspur

21.05.
Fr 16:30
Online
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Bei unserer kommenden Kulturspur erwarten uns zwei ganz unterschiedliche künstlerische Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Prozessen und individuellen Erlebnissen. Dabei reisen wir von Köln bis nach Halle an der Saale!

Betritt man den dunklen, kühlen, zerklüfteten Innenraum von St. Gertrud, fühlt man sich fast wie in einer Höhle und wünscht sich sogleich ein wärmendes Feuer.
Ohne eine lebendige Gemeinde als Herzstück hat der Ort etwas Düsteres, Unwirkliches an sich. Genau hier beginnt unsere erste digitale Kulturspur: Wir treffen die in Köln lebende Bildhauerin Monika Lioba Lang, die in St. Gertrud ihre Arbeiten STILLE und FALLSCHIRM präsentiert.

Dabei bilden ganz persönliche Orte und Erinnerungen den Ausgangspunkt für den Schaffensprozess von Monika. Trotzdem sind die entstandenen Arbeiten aufgrund ihrer tiefen Verbundenheit mit einem kollektiven Bildgedächtnis in der Lage, die Assoziationsfähigkeit der Betrachter*innen in Gang zu setzen. Die verwendeten Materialien bilden ein Kondensat von Emotionen, welches unter den Blicken der Betrachter*innen freigesetzt wird. Kontraste zwischen Motiv und Material sorgen für Irritationen. Das Vertraute reibt sich am Unerwarteten und wird so zum Energiespender der Vorstellungskraft.

Raus aus der Dunkelheit, rein ins Freie: In unserer zweiten Station begeben wir uns nach Halle an der Saale und treffen Ina Treihse von der Freiraumgalerie – Kollektiv für Raumentwicklung.

Ina ist Künstlerin und Pädagogin mit dem Schwerpunkt Bildung & Beteiligung und hat im Jahr 2019 das Kunstprojekt „Wonderful Women Wall“ realisiert, ein Street-Art Werk, welches zur Auseinandersetzung mit Frauenbildern im öffentlichen Raum anregen möchte.

Die „Wonderful Women Wall“ macht einige der Frauen in unserer Gesellschaft sichtbar, die stellvertretend für die Vielfalt an weiblichen Persönlichkeiten stehen. Damit setzt das Kunstwerk ein Zeichen gegen das Bild von Frauen, das oftmals im Kontext von Werbung für Mode und Kosmetik im öffentlichen Raum entsteht. Darüber hinaus regt die „Wonderful Women Wall“ eine Auseinandersetzung mit den Biografien und Ideen der Frauen, sowie einen kontroversen Diskurs über ihren gesellschaftlichen Beitrag an und bietet die Möglichkeit, das eigene Frauenbild zu hinterfragen. Im Rahmen der Kulturspur wird uns Ina über Idee, Entstehung und Umsetzung des Street-Art Kunstwerks berichten und mit uns in den Dialog über Frauen in Kunst und Gesellschaft im öffentlichen Raum treten.

Bildnachweis: Monika Lioba Lang, Fallschirm, 2017, gebrauchte Brautkleider, Schnur, Keramik, Foto: Carsten Gliese

Bildcredits

@ Wonderful women wall, Foto: Stephan Retzlaff