17.03.26
Di. 18:00
Museum Ludwig, Kinosaal
Filmvorführung, KunstBewusst, Talk

„Kusama´s Self-Obliteration“ (Jud Yalkut, 1967)

Daniel Kothenschulte

Im Rahmen der Sonderausstellung „Yayoi Kusama“ im Museum Ludwig wird der Experimentalfilm „Kusama’s Self-Obliteration“ gezeigt, begleitet vom deutschen Filmkritiker und Filmwissenschaftler Daniel Kothenschulte, der als Experte die Veranstaltung begleiten wird und uns thematischen Input zur Filmvorführung gibt.

Der Film dokumentiert Kusamas Performances und Nackt-Happenings der 1960er Jahre in New York und eröffnet zugleich einen intensiven Zugang zu ihren künstlerischen und ästhetischen Konzepten. Zentrales Motiv sind die charakteristischen Polka Dots, mit denen Kusama Menschen, Tiere und ganze Umgebungen überzieht. Sie stehen als Metapher für die Auflösung des individuellen Ichs und das Einswerden mit dem Universum.

Gleichzeitig spiegelt der Film den Geist der Hippie-Generation wider, die gesellschaftliche, sexuelle und moralische Grenzen hinterfragte und überwinden wollte. Durch Überblendungen, Zooms sowie beschleunigte und verlangsamte Sequenzen werden visuelle Effekte erzeugt, die das Motiv der „Selbst-Auslöschung“ formal unterstützen: Identitäten und Grenzen lösen sich auf, das Individuum geht in einer kollektiven, beinahe kosmischen Einheit auf. So entsteht ein eindringliches, emotionales Filmerlebnis, das Kusamas Vision einer Verschmelzung von Kunst, Körper und Umwelt erfahrbar macht.

 

 

EINTRITT: Der Eintritt zu den KunstBewusst-Veranstaltungen vor Ort ist für Mitglieder der freunde grundsätzlich kostenfrei. Nicht-Mitglieder zahlen einen Beitrag von 5€ (3€ ermäßigt) an der Abendkasse.

Eine Veranstaltung zum 20jährigen Jubiläum des Filmforum NRW.

Bildcredits

Yayoi Kusama
Self-Obliteration #2, 1967
Gouache, Stift, Pastell und Fotocollage auf Papier
40,4 x 50,4 cm
Sammlung der Künstlerin
© YAYOI KUSAMA