03.07.2025
Do. 12:30
Wallraf
Führung

Lovis Corinth. Der Künstler und seine „Malweiber“

Kunst+Pause im Wallraf

03.07.2025
Do. 12:30
Wallraf Führung

Die Teilnahmebestätigung wird eine Woche vor der Veranstaltung per E-Mail versandt.

5,- Euro für Mitglieder der freunde / 12,- Euro für Gäste inklusive Lunchtüte! (zzgl. Museumseintritt falls Du keine Kölner Anschrift hast)

mit Diane Ciesielski

Der aus einem kleinen Dorf in Ostpreußen stammende Lovis Corinth (1858–1925) sollte zu einem der bedeutendsten Maler des deutschen Impressionismus und des frühen Expressionismus werden. Nach umfänglicher Ausbildung an diversen Kunstakademien und ersten Karrierestationen in Königsberg, München, Antwerpen und Paris arbeitete er primär in Berlin. Corinth spezialisierte sich zunächst auf naturalistische Porträts und Genrebilder. Später jedoch wurde sein Stil zunehmend dynamischer, freier und voller Emotionen – ausgedrückt in Form und Farbe. Diese ausdrucksstarke Malerei wandte er nicht selten auf seine unzähligen Selbstporträts sowie auf provokative mythologische und religiöse Szenen an. Die Aufmerksamkeit seiner Zeitgenossen war ihm damit gesichert.

Corinths Mitgliedschaft in der berühmten Berliner Secession und seine wegweisende Rolle in der deutschen Kunstszene um die Jahrhundertwende – zumeist in einem Atemzug mit den beiden deutschen Malern Max Liebermann und Max Slevogt genannt – ist gut bekannt. Dass er jedoch auch einen großen Beitrag zur zunehmenden Ausbildung von Künstlerinnen um 1900 geleistet hat, ist weit weniger bekannt. So hat er in seiner salopp „Kunstschule für Malweiber“ genannten Vereinigung der Berliner Künstlerinnen eine Vielzahl junger, talentierter Frauen in die Kunst des Zeichnens und Malens unterrichtet. Eine seiner ersten Schülerinnen sollte sogar seine Frau und die Liebe seines Lebens werden: Charlotte.

Charlotte Berend-Corinth (1880–1967), heute selbst als herausragende Malerin und Zeichnerin bekannt, startete 1901 als eine der ersten Schülerinnen des großen Malerstars und Dozenten Corinth. Nach der Heirat im Jahr 1903 und der Familiengründung stellte sie, wie damals üblich, ihr eigenes Schaffen hinter die Care-Arbeit in der Familie und die Unterstützung der Karriere ihres Mannes zurück. Verschiedenen Ausstellungen der letzten Jahre ist es zu verdanken, dass die nach dem Tode ihres Mannes mit neuer Energie und Lebenslust ausgestattete Charlotte mit ihren Porträts, Landschaften und Stillleben zunehmend in den Fokus der Kunstgeschichte genommen und aus dem Schatten ihres omnipräsenten Mannes gerückt wird.

In dieser Führung lernen wir die im Wallraf befindlichen Werke Corinths – mit und ohne sein Lieblingsmodell Charlotte – sowie die Werke der Malerin selbst kennen und erfahren die spannenden Geschichten hinter den Bildern.

job&kunstfreunde richtet sich an alle jungen Berufstätigen zwischen 28 und 50 Jahren, die durch Führungen oder in Künstler*innengesprächen, bei Sammler*innenbesuchen sowie Kurator*innenführungen den Kopf vom Stress befreien und mit neuen Ideen füttern möchten! Unser Programm ist außergewöhnlich und öffnet Euch so manche Tür der Kölner Kunst- und Kulturszene!

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Bildcredits

1. Lovis Corinth mit seiner Malklasse, Charlotte direkt hinter ihm (1902)

2. Charlotte Berend-Corinth, Selbstbildnis, 1921, © Friedhelm Oriwol-Walchenseemuseum Urfeld

3. Lovis Corinth, Selbstporträt mit Skelett, 1896 Öl auf Leinwand, 66 x 86 cm Städtische Galerie im Lenbachhaus, München