07.10.
Do 19:00
Wallraf, Stiftersaal
Jubiläum "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland", KunstBewusst, Vortrag

Der Erlass von 321 n. Chr. zur Aufnahme von Juden in den Rat. Abbau von Ressentiments oder Last?

Prof. Dr. Werner Eck

„Auf die Anfrage des Stadtrats des römischen Köln an Kaiser Konstantin, Juden in ihre Reihen aufnehmen zu dürfen, antwortete der Kaiser positiv. Er beendete damit ein allgemeines Privileg für alle Juden, das es ihnen erlaubt hatte, Aufgaben in der städtischen Administration abzulehnen. Gleichzeitig aber blieb das Privileg für einige Mitglieder der jüdischen Gemeinde bestehen. Der Vortrag analysiert, auf welchem Weg Juden bis an den Rhein kamen und die historischen Umstände, die zu dem Erlass führten.“

• Prof. Dr. Werner Eck gilt als einer der international profiliertesten Experten für die römische Kaiserzeit sowie für römische Epigraphik. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Verwaltungs- und Sozialgeschichte, der Prosopographie sowie der Geschichte des frühen Christentums. Größere Forschungsvorhaben, an denen Eck derzeit beteiligt ist, sind die Geschichte der Stadt Köln in römischer Zeit. Zu der Buchreihe Geschichte der Stadt Köln in 13 Bänden legte er 2004 den ersten Band vor[3] und übernahm 2007 als Nachfolger Hugo Stehkämpers die wissenschaftliche Herausgabe. Eck betreut das Corpus Inscriptionum Iudaeae/Palaestinae als Mitherausgeber gemeinsam mit einem Team der Hebräischen Universität Jerusalem und der Universität Tel Aviv (Langzeitprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft). Außerdem gehört die Herausgabe der vollständigen Fasti consulares, also eine Liste aller Konsuln der römischen Kaiserzeit (von 30 v. Chr. bis zum Ende des 3. Jh. n. Chr.) und die systematische Darstellung der Administration der römischen Provinzen zu seinen weiteren Forschungsarbeiten. Seit 1999 ist er Präsident der Archäologischen Gesellschaft Köln.

Für sein wissenschaftliches Wirken wurden Prof. Werner Eck zahlreiche Auszeichnungen zugesprochen. So wurde ihm 1994 der Kölnpreis der Universität Köln für sein Buch „Agrippina“ und 1995 die Frontinusmedaille der Frontinusgesellschaft für seine Arbeiten zur römischen Wasserversorgung verliehen. Für seine Forschungen zur Geschichte der römischen Kaiserzeit wurde er 2000 mit dem Max-Planck-Forschungspreis für Geisteswissenschaften ausgezeichnet. 2011 erhielt er den Ausonius-Preis. Er ist Ehrendoktor der Babeș-Bolyai-Universität Cluj (2003), der Universität Kassel (2007) und der Hebräischen Universität Jerusalem (2008). 2011 wurde er Honorary member (Ehrenmitglied) der Society for the Promotion of Roman Studies. Im Juni 2021 wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

 

Vortrag in Kooperation mit:

Bildcredits

Foto: Konstantin-Kollossalkopf (Detail), um 312–315 n.Chr., Kapiloninische Museen, Rom; © CreativeCommons lizensiert, CC-BY-SA 4.0: Burkhard Mücke